Wo liegen die Potenziale?
Die Untersuchungen und Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass der Anteil der Materialkosten an den Produktionskosten des produzierenden Gewerbes in Deutschland inzwischen bei über 40 % und damit deutlich über den Personalkosten liegt. Das Einsparpotenzial bei den Materialkosten wird in einem durchschnittlichen Unternehmen derzeit auf ca. 15 bis 20 % geschätzt - eine beträchtliche Größenordnung.
Wesentliche Potenziale liegen hierbei im Bereich der Verminderung der eingesetzten Materialmengen in der Produktion. Diese Effizienzsteigerung kann beispielsweise durch eine gezielte Vermeidung oder Reduzierung der Ausschussmengen in der Produktion erreicht werden. Ebenfalls im Fokus der Betrachtung liegen interne Umlaufmaterialen der Produktion, welche beispielsweise durch Qualitätsmängel an den Produkten, nachgebessert werden müssen oder Produktionsprozesse mehrmals durchlaufen. Eine optimal platzierte Qualitätssicherung kann zusätzlich die unnötige Veredelung mangelhafter Produkte vermeiden und trägt somit auch zur Steigerung der Materialeffizienz bei.
Durch die Fokussierung auf die Material- und Energieströme in der Produktion werden auch andere Ineffizienzen deutlich: In den nicht-wertschöpfenden Materialströmen sind oft auch beträchtliche Lohnkosten, Investitionskosten oder Lagerhaltungskosten enthalten. Eine Verbesserung der Materialeffizienz führt deshalb auch zu einer besseren Nutzung dieser Einsatzfaktoren.
